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Pressebericht in der Rheinpfalz vom 14. Juni 2002 (von Peter Knick)

Schlitzohr Demir Hotic locht als Erster ein

Die Traditionsmannschaft des 1. FCK kickt für einen guten Zweck gegen eine Fanclub-Auswahl 

Traditionsmannschaften üben auf viele Fußballfans eine besondere Anziehungskraft aus.  Kann man doch in ihnen ehemalige Fußballgrößen wieder sehen, die zwar keinen Platz mehr in der aktuellen Sportberichterstattung haben, dafür aber einen umso festeren in der Erinnerung ihrer Bewunderer. Und so ist es auch am Mittwochabend auf dem Sportplatz des TuS Hochspeyer die Traditionsmannschaft des 1. FC Kaiserslautern, die viele der Zuschauer zum Kommen bewegt hat und die mit ihrem Spiel gegen eine FCK-Fanclub-Auswahl für den Höhepunkt des Abends sorgt, der ganz im Zeichen einer guten Sache steht. Alle Einnahmen des Fußballfests sollen der Markus-Merk-Stiftung (Indienhilfe Kaiserslautern e. V.) zugute kommen.

 

Ausrichter des Fußballspiels ist der FCK-Fanclub „Cracknel Devils“, was auf Deutsch Knusperkeks-Teufel heißt. „Die Unterstützung des FCK ist unser Hauptziel“, sagt der Vorsitzende der Knusperkekse, Volker Blume. Aber auch Veranstaltungen mit sozialer Ausrichtung gehörten zu den regelmäßigen Aktivitäten des Fanclubs.

 

Eröffnet wird der Abend mit dem Spiel zweier Frauenteams. Die ganz in Rot gekleideten Damen des SV-Hauptstuhl treffen auf das junge Team des TuS Hochspeyer. Und wenn auch am Schluss drei Tore gefallen sind, alle für die SV-Frauen, und auch Volker Fuchs, der Hauptstuhler Trainer, das Gekicke seiner Damen „ganz in Ordnung“ findet, so kommt bei den über 100 Zuschauern doch erst Erwartungsfreude auf, als sich die FCK-Altstars in der Damenpause einspielen.

 

In den Reihen der ganz in Schwarz gekleideten Traditionself befindet sich ein Spieler, der wohl als das größte Schlitzohr gilt, das je auf dem Betzenberg kickte: Demir Hotic. Unvergesslich, wie der clevere Stürmer buchstäblich aus dem Nichts seine Tore zauberte. „Wir hätten den Europapokal der Landesmeister gewonnen“, ist sich der 39-jährige sicher, wenn nicht dem FC Barcelona das dumme Tor zum 1:3 kurz vor dem Abpfiff geglückt wäre. Zwei Tore schoss Hotic gegen die Katalanen, die dann auch den Europapokal gewannen.

 

Und das er auch heute noch was vom Tore schießen versteht, zeigt Hotic kurz vor der Pause, als er zum 1:0 für den 1. FCK einlocht. Das Spiel, eigentlich als Freundschaftsspiel geplant, wird von beiden Seiten verbissen geführt. Und auch der Schiedsrichter nimmt die Sache sehr ernst, zeigt oft Gelb. Als der Ex-Profi Leo Spielberger meckert, sieht er Gelb-Rot.

 

Mit Reinhard Meier, der sich mit seinen jüngeren Gegenspielern harte Zweikämpfe liefert, Heinz Wilhelmi und Kai Friedmann spielen nicht nur auf dem Platz gestandene Ex-Bundesligaspieler aus den 70er und 80er Jahren. Auch die Traditionsbank ist gut besetzt. „Ich tippe auf eine 6:0 für uns“, zeigt sich Hans-Günter Neues, der frühere FCK-Abwehrrecke und heutige FCK-Fanbeauftragte, optimistisch. Der 51-jährige, der eigentlich selbst mitspielen wollte, aber wegen einer Zerrung passen muss, ist zwar mit der Torausbeute seiner Truppe nicht zufrieden, dafür aber mit dem Engagement aller am Zustandekommen des Benefizspiels Beteiligten. „Wir wollten etwas Gutes tun“, sagt der Fanbeauftragte, und dass der Erlös des Abends dem Hilfsprojekt des Lauterer WM-Schiedsrichters Markus Merk zugute kommt, findet er besonders gut.

 

In der zweiten Halbzeit spielt auch der Gründer der Traditionself, der ehemalige FCK-Vizepräsident Günter Klingkowski. Der 63-jährige, der Anfang der 70er Jahre noch mit den Heroen der Walter-Elf die ersten Spiele der Traditionself austrug, zeig in Hochspeyer eine gediegene Abwehrleistung gegen die Fanclub-Elf, die sich mit einigen Vereinsspielern verstärkt hat. So mit Marc Bilgil vom Meister der Bezirksliga, dem SV Siegelbach. „Ihre Technik und Cleverness ist sehr gut“, zollt der 27 Jahre alte Siegelbacher den Veteranen Respekt.

 

Am Ende gewinnen die Ehemaligen mit 2:1 und zeigen eine noble Geste, als sie den fünf Minuten vor Schluss eingewechselten zwölfjährigen Christian Steiner an den Ehrentreffer für die Fanclub-Elf schießen lassen.

 

Ein schöner Abschuss für die gelungene Veranstaltung, die auch die angepeilten 500 Euro für die Markus-Merk-Stiftung brachte und in der nur eine Person kritisiert wurde: der Schiedsrichter, der überhaupt keinen Spaß verstanden habe.

 

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